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Wissen, 8 Minuten Lesezeit

Altersvorsorgedepot oder normales ETF Depot

Der grosse Nettovergleich. Wann schlägt das AVD das klassische ETF Depot und wann nicht.

Zwei Depots, die beide mit ETFs arbeiten. Das eine bekommst du vom Staat gefördert, das andere nicht. Aber ist das AVD deshalb automatisch besser? Nein. Hier ist der ehrliche Nettovergleich, wann das Altersvorsorgedepot das klassische ETF Depot schlägt und wann eben nicht.

Die Unterschiede in einem Satz

AVD: Du bekommst Zulagen und Steuervergünstigung auf die Einzahlung, zahlst dafür im Alter Steuer auf die gesamte Auszahlung. Geld ist bis zur Rente gebunden.

Normales ETF Depot: Keine Förderung, kein Steuervorteil, dafür volle Flexibilität. Steuerlich fällt jährlich die Vorabpauschale an, beim Verkauf Abgeltungssteuer.

Wie beide Depots steuerlich funktionieren

AVD während der Ansparphase

Während du einzahlst, passiert nichts. Keine Vorabpauschale, keine Abgeltungssteuer, keine Teilfreistellung. Dein Geld wächst ungestört.

AVD in der Auszahlphase

Ab 67 wird es besteuert wie ein normales Einkommen, mit deinem dann geltenden persönlichen Steuersatz. Der liegt für die meisten Rentner bei 15 bis 25 Prozent, deutlich unter dem während der Erwerbstätigkeit.

Normales ETF Depot

Jährlich fällt die Vorabpauschale an. Das ist eine kleine Steuer auf einen fiktiven Wertzuwachs. Beim Verkauf zahlst du 26,375 Prozent Abgeltungssteuer auf den tatsächlichen Gewinn. Bei Aktien ETFs werden 30 Prozent des Gewinns durch die Teilfreistellung von der Steuer ausgenommen.

Beispielrechnung über 37 Jahre

Max ist 30, verdient 55.000 Euro, keine Kinder, spart 150 Euro im Monat, geht mit 67 in Rente. 7 Prozent Rendite, 0,3 Prozent Kosten im AVD, 0,2 Prozent Kosten im ETF Depot. Steuersatz im Alter 20 Prozent.

KennzahlAVDETF Depot
Eigene Einzahlungen66.600 Euro66.600 Euro
Zulagen vom Staat19.980 Euro0 Euro
Reinvestierte Steuererstattungrund 6.000 Euro0 Euro
Depot brutto bei 67rund 290.000 Eurorund 265.000 Euro
Depot netto nach Steuerrund 232.000 Eurorund 230.000 Euro

Netto liegen beide Varianten in diesem Szenario relativ dicht beieinander. Das AVD gewinnt vor allem durch die Zulagen und die Steuerstundung während der Ansparphase.

Wann das AVD deutlich gewinnt

  • Mehrere Kinder mit Kindergeld. Jedes Kind bringt 300 Euro Kinderzulage pro Jahr zusätzlich ins Depot. Das hebt die Förderquote schnell auf 50 Prozent oder mehr.
  • Höheres Einkommen. Je höher dein Grenzsteuersatz heute, desto grösser der Steuervorteil. Ein Spitzenverdiener mit 42 Prozent Grenzsteuersatz holt deutlich mehr Steuererstattung raus als jemand mit 20 Prozent.
  • Selbstständige. Für sie ist das AVD erstmals eine echte geförderte Option, in einem ETF sparen sie sowieso schon oft. Die Förderung kommt obendrauf.

Wann das normale ETF Depot besser ist

  • Wenn du Flexibilität brauchst. Das Geld im AVD ist bis 67 gebunden. Wenn du damit rechnest, das Kapital früher zu brauchen, ist das ETF Depot die bessere Wahl.
  • Bei sehr kurzem Anlagehorizont. Wer mit 60 anfängt zu sparen, hat 7 Jahre Restlaufzeit. Die Aktienquote wird geringer sein müssen, die Steuerstundung wirkt weniger stark.
  • Wenn du kein Kindergeld mehr bekommst und hohe Einmalkosten drohen. Ein AVD Vertrag muss sich erst über die Jahre amortisieren.
  • Bei sehr niedrigen Einkommen ohne Steuerpflicht. Wenn du gar keine Steuern zahlst, fällt der Steuervorteil aus. Die Zulagen bleiben dir zwar, die Wirkung ist aber begrenzt.

Die beste Lösung ist oft die Kombination

Du musst dich nicht für eines von beiden entscheiden. Viele Sparerinnen und Sparer kombinieren beide Depots. 150 Euro im Monat ins AVD, um die volle Zulage zu holen, und weitere Beträge in ein normales ETF Depot für Flexibilität. So bekommst du die Förderung mit und hast trotzdem Zugriff auf einen Teil deines Vermögens, wenn du es brauchst.

Deinen Fall durchrechnen

Der Zukunftsrechner stellt AVD und normales ETF Depot direkt gegenüber. Du siehst sofort, ob sich das AVD für dich lohnt und wie viel Vorteil am Ende steht.

Häufige Fragen

Was ist besser, Altersvorsorgedepot oder normales ETF Depot?
Das hängt vor allem von Einkommen, Kindern und Anlagehorizont ab. In den meisten Fällen ist das AVD besser, weil Zulagen und Steuererstattung den Zinseszins Effekt deutlich verstärken.
Was ist der Unterschied zwischen AVD und ETF Depot steuerlich?
Beim normalen ETF Depot zahlst du während der Ansparphase Vorabpauschale und Abgeltungssteuer. Beim AVD zahlst du erst in der Auszahlphase Steuer, dafür aber auf den gesamten Betrag und in der Regel zu einem niedrigeren Satz.
Komme ich an mein Geld im AVD jederzeit ran?
Nein. Das Geld ist bis zur Rente gebunden. Im normalen ETF Depot kannst du jederzeit verkaufen. Das ist der grösste Nachteil des AVD und der Preis für die Förderung.
Was passiert, wenn ich das AVD vorzeitig auflöse?
Du musst alle bis dahin erhaltenen Zulagen und Steuerersparnisse zurückzahlen. Der reine Kapitalertrag bleibt dir, allerdings ganz normal besteuert. In den meisten Fällen lohnt sich eine vorzeitige Auflösung nicht.

Jetzt ausrechnen, wie viel Förderung du bekommst

Der Zukunftsrechner zeigt dir in 2 Minuten deine Zulagen, deine Steuererstattung und wie viel Rente am Ende übrig bleibt.

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Quellen: Altersvorsorgereformgesetz (BT-Drs. 21/4996), Bundesfinanzministerium FAQ zur Reform der privaten Altersvorsorge, Bundestag. Keine Anlage- oder Steuerberatung.