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Kosten beim Altersvorsorgedepot

Der 1 Prozent Deckel, die echten Kosten und warum 0,3 Prozent über 40 Jahre einen riesigen Unterschied machen.

65.000 Euro. So viel kostet dich der Unterschied zwischen 0,2 und 1 Prozent Depotkosten. Über 40 Jahre. Bei gleicher Einzahlung, gleicher Rendite. Der einzige Unterschied: dein Anbieter. Darum geht es in diesem Artikel.

Der gesetzliche Deckel

Das Altersvorsorgereformgesetz schreibt fest: Die Gesamtkosten des AVD dürfen 1 Prozent des Depotwerts pro Jahr nicht überschreiten. Dazu gehören Depotführungsgebühren, Fondskosten, Transaktionskosten, alles. Das ist auf den ersten Blick eine Entlastung gegenüber manchen Riester Verträgen mit 2 Prozent und mehr. Auf den zweiten Blick ist 1 Prozent immer noch viel Geld.

Was alles zu den Kosten zählt

  • Depotführungsgebühr. Feste Jahrespauschale oder prozentualer Anteil vom Depotwert.
  • ETF Kosten (TER). Die Gesamtkostenquote des jeweiligen ETFs. Günstige Welt ETFs liegen bei 0,1 bis 0,2 Prozent.
  • Transaktionskosten. Gebühren für Käufe und Sparplanausführungen. Bei Neobrokern oft 0, bei klassischen Banken bis 1,75 Prozent je Ausführung.
  • Spreadkosten. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Kleiner Kostenfaktor, aber nicht null.

Rechenbeispiel, was 0,5 Prozent ausmachen

Lisa ist 30, spart 150 Euro im Monat, Rendite 7 Prozent, Laufzeit 37 Jahre.

GesamtkostenEndvermögenKostenbelastung
0,2 %ca. 337.000 €
0,5 %ca. 311.000 €26.000 €
1,0 %ca. 272.000 €65.000 €

Zwischen 0,2 Prozent und 1 Prozent liegen über die gesamte Laufzeit 65.000 Euro. Das ist mehr als die doppelte Summe aller Zulagen, die du in diesem Szenario vom Staat bekommen würdest.

Wer liegt wo

Stand April 2026 hat noch kein Anbieter final verkündet, was das AVD kosten wird. Unsere Einschätzung auf Basis des heutigen Depotangebots:

  • Neobroker wie Scalable, Trade Republic, finanzen.net ZERO. Voraussichtlich 0,2 bis 0,5 Prozent Gesamtkosten. Gratis Sparpläne sind bereits etabliert.
  • Direktbanken wie ING oder DKB. Voraussichtlich 0,5 bis 0,8 Prozent. Sparpläne sind heute deutlich teurer.
  • Staatliches Standarddepot. Vermutlich bis an den 1 Prozent Deckel. Vom Bund ausgeschrieben und an einen privaten Betreiber vergeben.

In unserem Anbieter Vergleich findest du aktuelle Einschätzungen pro Anbieter.

Häufige Fragen

Wie hoch dürfen die Kosten beim Altersvorsorgedepot maximal sein?
Das Gesetz schreibt eine Obergrenze von 1 Prozent des Depotwerts pro Jahr fest. Bei Neobrokern erwarten wir deutlich niedrigere Gesamtkosten, vermutlich 0,2 bis 0,5 Prozent.
Sind die Kosten beim staatlichen Standarddepot niedriger?
Nein. Das Standarddepot darf ebenfalls bis zu 1 Prozent kosten. Wer aktiv einen günstigen Anbieter wählt, spart oft den Grossteil davon.
Wie stark wirken sich 0,5 Prozent Kostenunterschied aus?
Über 40 Jahre macht das bei 150 Euro Monatssparrate leicht 50.000 Euro und mehr aus. Kostenunterschiede sind der mit Abstand grösste Hebel nach der Sparrate selbst.

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Quellen: Altersvorsorgereformgesetz (BT-Drs. 21/4996), Bundesfinanzministerium FAQ zur Reform der privaten Altersvorsorge, Bundestag. Keine Anlage- oder Steuerberatung.