AZukunftsrechnerRechner →

Wissen, 8 Minuten Lesezeit

Welche ETFs fürs Altersvorsorgedepot

Weltportfolio, MSCI World, All World oder thematisch. So findest du den richtigen ETF für dein AVD.

Ein AVD ist nur so gut wie der ETF, der drinsteckt. Die gute Nachricht: Für die meisten reicht ein einziger, breit gestreuter Welt ETF. Die weniger gute: Die Auswahl in Deutschland ist riesig und die Unterschiede sind auf den ersten Blick nicht immer klar.

Der Welt ETF als Standard

Ein breit gestreuter Welt ETF ist der unumstrittene Favorit für die Altersvorsorge. Er enthält tausende Unternehmen aus vielen Ländern, verteilt das Risiko maximal und ist günstig.

MSCI World

Rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. USA dominiert mit rund 70 Prozent Anteil. Kein Schwellenland. Kosten bei Standardanbietern um 0,12 Prozent TER.

FTSE All World oder MSCI ACWI

Wie der MSCI World, aber inklusive Schwellenländer. Rund 3.700 Unternehmen weltweit. Dafür minimal höhere Kosten, um 0,22 Prozent TER. Für die meisten die bessere Standardwahl.

Gängige Alternativen

  • S&P 500. 500 grösste US Aktien. Historisch starke Performance, aber klumpiger, rein US lastig.
  • MSCI World plus Emerging Markets. 70/30 Kombination, etwas aufwändiger, dafür noch mehr Streuung.
  • MSCI World ex USA. Für alle, die das USA Übergewicht reduzieren wollen. Nischenprodukt, nicht für jeden passend.
  • Thematische ETFs (KI, Wasser, Megatrends). Klingt spannend, ist für die Altersvorsorge aber meist ungeeignet. Zu konzentriert, zu teuer, zu riskant.

Worauf du beim ETF achten solltest

  1. Kosten (TER). Je niedriger, desto besser. Gute Welt ETFs liegen unter 0,25 Prozent.
  2. Fondsvolumen. Mindestens 100 Millionen Euro, besser 500 Millionen. Sonst droht eine Fondsauflösung.
  3. Replikationsmethode. Physische Replikation ist transparenter. Synthetische ETFs sind manchmal günstiger.
  4. Ausschüttend oder thesaurierend. Im AVD spielt das keine grosse Rolle, weil Ausschüttungen ohnehin steuerfrei reinvestiert werden.

Was beim staatlichen Standarddepot passiert

Wenn du keinen Anbieter aktiv auswählst, landest du im staatlichen Standarddepot. Dort gibt es keine freie ETF Wahl. Der Bund schreibt vor, dass ein Standardportfolio mit automatischer Risikoabsenkung kurz vor Rentenbeginn angeboten werden muss. Das ist für Sparer ohne Interesse an eigenen Entscheidungen durchaus in Ordnung, aber selten optimal.

Unsere Empfehlung

Für die meisten passt ein einziger, breit gestreuter Welt ETF bei einem günstigen Neobroker. Zum Beispiel der FTSE All World oder MSCI ACWI, TER um 0,2 Prozent. Einstellen, Sparplan automatisieren, 35 Jahre laufen lassen. Mehr braucht es selten.

Welche Anbieter welche ETFs beim AVD zulassen, ist Stand April 2026 noch offen. Wir aktualisieren den Anbieter Vergleich, sobald die Listen kommen.

Häufige Fragen

Welcher ETF ist der beste fürs Altersvorsorgedepot?
Einen objektiv besten gibt es nicht. Für die meisten passt ein breit gestreuter Welt ETF wie MSCI World oder FTSE All World, weil er das Risiko über tausende Aktien verteilt.
Muss ich den ETF selbst auswählen?
Bei den meisten AVD Anbietern ja. Beim staatlichen Standarddepot bekommst du ein vorgegebenes Portfolio.
Sollte ich mehrere ETFs kombinieren?
Für die meisten reicht ein einziger breiter Welt ETF. Wer will, kann noch Emerging Markets oder Small Caps dazunehmen, muss aber regelmässig rebalancieren.

Jetzt ausrechnen, wie viel Förderung du bekommst

Der Zukunftsrechner zeigt dir in 2 Minuten deine Zulagen, deine Steuererstattung und wie viel Rente am Ende übrig bleibt.

Zum Rechner →

Quellen: Altersvorsorgereformgesetz (BT-Drs. 21/4996), Bundesfinanzministerium FAQ zur Reform der privaten Altersvorsorge, Bundestag. Keine Anlage- oder Steuerberatung.